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2026-07-15

Neues IMFS Working Paper von Julia Pitters und Franz Seitz: Beyond the cost debate: A multidimensional approach to quantify the value of cash for society

Der Rückgang des Bargeldgebrauchs für Transaktionszwecke sowie der Anstieg des gesamten Bargeldumlaufs werden in der Regel im Zusammenhang mit Kosten, Effizienz und technologischem Fortschritt, d. h. der Digitalisierung, diskutiert. In einer umfangreichen Literatur werden die Kosten für die Herstellung, den Vertrieb und die Abwicklung von Bargeld geschätzt. Demgegenüber wird der gesellschaftliche Wert von Bargeld weitaus weniger untersucht und selten quantifiziert. Diese Asymmetrie ist von Bedeutung, da politische Debatten, die Kosten beziffern, den Nutzen jedoch außer Acht lassen, ein Zahlungsmittel unterbewerten könnten. Die Studie entwickelt einen zusammengesetzten Indikator, der den gesellschaftlichen Wert von Bargeld anhand von fünf Schlüsseldimensionen erfasst: Resilienz, Datenschutz, Inklusion, Kostenkontrolle und Wettbewerb – ergänzt durch die Konsumentenrente aus der Seigniorage. Wir wenden die Methodik auf Deutschland an, doch das Rahmenkonzept ist so konzipiert, dass es länderübergreifend anwendbar ist und eine ausgewogenere Analyse der Politik von Regierung und Zentralbank ermöglicht. Es kombiniert eine repräsentative Verbraucherbefragung, Experteninterviews, Makrodaten und interdisziplinäre Workshops. In der Basiskalibrierung beläuft sich der Gesamtwert auf rund 1,2 % des BIP. Diese Ergebnisse legen nahe, dass politische Bewertungen neben den Kosten auch die vielfältigen Vorteile von Bargeld berücksichtigen sollten. Die Anerkennung der umfassenderen gesellschaftlichen Rolle von Bargeld kann Zentralbanken und politischen Entscheidungsträgern als Orientierung dienen, um ausgewogene Zahlungsökosysteme zu fördern, die sowohl Innovation als auch öffentliche Redundanz bewahren.

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