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2025-12-22 | Pressemitteilungen

Neues IMFS Working Paper von Tobias Cwik und Christoph Winter zu "FX interventions as a form of unconventional monetary policy""

Nach der großen Finanzkrise haben die Zentralbanken mehrerer kleiner, offener Volkswirtschaften mit hohem Entwicklungsstand Devisenmarktinterventionen (FXI) eingesetzt, um die Inflation anzukurbeln, da ihre Leitzinsen sehr niedrig waren. Wir stellen ein quantitatives DSGE-Modell vor, mit dem wir die Wirksamkeit dieses unkonventionellen geldpolitischen Instruments untersuchen können. Wir wenden das Modell auf die Schweiz an, ein Land, in dem es häufig zu umfangreichen Interventionen der Zentralbank gekommen ist. Das Modell legt nahe, dass FXI wirksam und nachhaltig sind: FXI in Höhe von etwa 27 Milliarden CHF (5 % des jährlichen BIP) sind erforderlich, um eine Aufwertung des Schweizer Frankens um 1,1 % zu verhindern. Der Effekt ist umso stärker, je länger die Zentralbank sich verpflichten kann, ihren Leitzins als Reaktion auf die inflationären Auswirkungen der Interventionen konstant zu halten. Wir stellen außerdem fest, dass FXI in kleinen, offenen Volkswirtschaften einen erheblichen zusätzlichen Spielraum für die Geldpolitik schaffen. Dieser Effekt lässt sich anhand des „Schattenzinssatzes” veranschaulichen, also des Leitzinses, der erforderlich ist, um die CPI-Inflation ohne FXI auf ihrem realisierten Pfad zu halten. Dieser „Schattenzinssatz” lag in der Schweiz von 2015 bis Mitte 2022 bis zu 1 Prozentpunkt unter dem realisierten Leitzins und nahe bei −1,5 %. Unser Rahmen ermöglicht es uns auch, die Sensitivität des Schattensatzes in einem Umfeld zu untersuchen, in dem der Leitzins an (oder nahe) seiner Untergrenze liegt. Wenn die Persistenz des Leitzinses an der Untergrenze zunimmt, steigt der Schattensatz in absoluten Zahlen.

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